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Heuson-Museum

Museum

Das repräsentative, mit einem spätgotischen Treppengiebel gezierte Fachwerkhaus in der Rathausgasse bildete über Jahrhunderte den Mittelpunkt der bürgerlichen Gemeinde. Im hohen Erdgeschoss bot man an Markttagen Waren feil, und im Stockwerk darüber tagten die Ratsherren oder man nutzte den Saal bei Festlichkeiten.

Sitzungen dient er noch heute, in den übrigen Räumen freilich fand das nach dem Heimatforscher Karl Heuson benannte Stadtmuseum den passenden Rahmen. Im Obergeschoss wird an die früheren Handwerke und die jüdische Gemeinde erinnert, während man im Parterre die bis zur Steinzeit zurückreichende Geschichte aufblättert.

Die jüngere Vergangenheit gewinnt durch zahlreiche Urkunden, Graphiken und Fotografien Kontur, die Vorgeschichte durch modellhafte Rekonstruktionen. Ein Dörfchen aus der Zeit um 500 vor Christus verweist auf das bedeutende Keltenzentrum am nahen Glauberg und der Nachbau einer Villa rustica auf die Römer in der Wetterau.

Aktuelle Sonderausstellungen

23. Mai bis 27. Juni 2020: „Die 70er Jahre!“

Eine Ausstellung über die 70er Jahre - Was erwarten Sie, an was erinnern Sie sich?

  • An die bunte, vielfältige Mode, an lange, weite Kleider mit irren Mustern, Miniröcke, Trompetenärmel, Schlaghosen und Plateauschuhe, oft in grellen Farben bunt gemixt?
  • An beige-braune oder grüne Bäder mit Allibert-Spiegelschrank, Magnet-Seifenhalter und Trockenhaube oder Küchen, in denen wirklich fast alles zumindest teilweise orangefarben war? Und dann die Pril-Blumen…
  • An schrill farbig gemusterte Tapeten und Vorhänge, Lavalampen, Erdnuss-Spender, Käsespieße-Pilz und gefüllte Eier?
  • An den Opel Manta A, den VW Golf I und den „Bulli“ - oder eher an die Ölkrise mit Benzinpreiserhöhungen und Sonntagsfahrverboten?
  • An den Geruch von Telefonhäuschen, das Transistor-Kofferradio oder den ersten Farbfernseher?
  • An Playmobil, Kaugummiautomaten, Kinderzigaretten, Schokogeld und Schleckmuscheln oder mehr an Bonanzarad Zauberwürfel und die BRAVO?
  • An ABBA, Boney M., Smokie und Village People? Oder mehr an Bernd Clüver, Christian Anders und Dschinghis Khan? Vielleicht gar an „Ich wünsch‘ mir ‚ne kleine Miezekatze“?

In der Werbung wurde viel gesungen, in Fernsehsendungen auch. Wir hatten sogar einen singenden Bundespräsidenten…

  • Erinnern Sie sich an die Kinofilme der 70er? Einige haben Kinogeschichte geschrieben: A Clockwork Orange, Der Exorzist, Der weiße Hai, The Rocky Horror Picture Show, Krieg der Sterne, Saturday Night Fever, Unheimliche Begegnung der dritten Art, Die Blechtrommel, Apocalypse Now, Alien…
  • Erinnern Sie sich an die großen Themen der deutschen und internationalen Politik, den Kniefall von Warschau und Guillaume-Affäre, Attentate der RAF, den Anschlag bei den Olympischen Spielen in München, Beginn der Anti-Atomkraft-Bewegung und Ende des Vietnam-Kriegs, SALT-II-Verträge und NATO-Doppelbeschluss, die Dioxin-Katastrophe von Seveso und die Kernschmelze im Kernkraftwerk Harrisburg?

 

Viele Dinge aus dieser Zeit sind uns heute selbstverständlich: seine Musik überall mitnehmen zu können, die Gurtpflicht, Verkehrsberuhigte Zonen und Spielstraßen, der Genuss exotischer Früchte. Für andere Erfindungen war die Zeit noch nicht reif: Airbags, abgasfreie Elektromobile, Wasserstoff betriebene Autos, Katalysatoren für Benzinmotoren und das Tempolimit auf Autobahnen.


Die Ausstellung zeigt in vier Großvitrinen und auf 19 DIN A1-Schautafeln Typisches dieser Dekade.

Sie kann nur einen Teil der Geschichte dieses Jahrzehnts abbilden. Es wird sicherlich einige Aha-Effekte geben, Vieles Altvertrautes zeigen und Einiges, das in Vergessenheit geraten ist. Es wird keinesfalls ein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, weder bei der Auswahl der Themen, noch bei deren Ausarbeitung. Über einige Themen könnte man eine ganze Ausstellung gestalten. Lassen Sie sich überraschen, erinnern Sie sich oder entdecken Sie. Haben Sie Spaß.